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27.05.2005

Die Vertragsparteien des Rahmenabkommens (von links nach rechts): Dr. Claude Béglé, Präsident Geo Post International; Barbara Sarbach, Gewerkschaft Kommunikation; Rolf Büttner, ver.di; Jaques Lemercier, FO COM; Hervé Morland, CFDT; Joélle Roeye, CGT.

Foto: Papadopoulos



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Soziale Verantwortung globalisieren: ver.di und Geo Post schließen Rahmenabkommen



Sigrun Schmid

ver.di, das Unternehmen Geo Post, zu dem in Deutschland der Deutsche Paketdienst (DPD) gehört, die drei französischen Gewerkschaften FO COM,CGT und CFDT sowie die schweizerische Gewerkschaft Kommunikation haben am 9. Mai 2005 ein internationales Rahmenabkommen über Grundsätze der Arbeits- und Sozialpolitik geschlossen.

Damit verpflichtet sich die international tätige Geo Post International Management & Developement Holding GmbH mit ihren im Mehrheitsbesitz befindlichen Tochtergesellschaften, grundlegende Rechte der Beschäftigten wie die Koalitionsfreiheit, den Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Nicht-Diskriminierung von Beschäftigten und die Chancengleichheit von Frauen in ihrem Zuständigkeitsbereich anzuerkennen. Auch das Thema der Beschäftigungssicherung ist in das Abkommen aufgenommen.

Danach verpflichten sich das Unternehmen und seine 100-prozentigen Tochterunternehmen, betriebsbedingte Kündigungen bei notwendigen Organisationsänderungen zu vermeiden. Für den Fall, dass dieses unvermeidbar werden sollte, werden die jeweiligen Unternehmen auf Basis der jeweiligen nationalen Regelungen beziehungsweise der geltenden Tarifverträge Verhandlungen mit den entsprechenden Arbeitnehmervertretungen über Maßnahmen zur sozialen Absicherung der Betroffenen führen.

Das Rahmenabkommen mit der Geo Post ist das erste Abkommen überhaupt, das zwischen Gewerkschaften, die in der Gewerkschafts-Internationalen Union Network International (UNI) und einem Kurier-, Express- und Paketdienstunternehmen abgeschlossen wurde. Es ist das Ergebnis von multinationalen Verhandlungen zwischen dem Management der Geo Post, ver.di, den drei französischen Gewerkschaften und der schweizerischen Gewerkschaft.

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Berlin hob der Präsident der Geo Post International, Dr. Claude Béglé hervor: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen sozialer Verantwortung und effizienten Firmen.“ Die Prinzipien des Abkommens würden nationale Regeln weder aushebeln noch ersetzen, sondern seien eine moralische Pflicht in den Köpfen der Menschen. Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften die selbe Vision hätten, sei dies ein wichtiger Beitrag für die Stabilität in Europa.

„In einer Zeit, in der es ganz unbestritten eine Unwucht zwischen dem nationalstaatlich organisierten Gemeinwesen und der Globalisierung der Wirtschaft gibt, ist ein solches Rahmenabkommen ein praktischer Beitrag der Arbeitgeber und der Gewerkschaften dafür, wie soziale Verantwortung globalisiert werden kann“, würdigte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Rolf Büttner das Abkommen.

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